Linsenbolognese mit Belugalinsen
Auf eine vegetarische Linsenbolognese war ich schon lange neugierig. Lange war ich überzeugt, dass eine gute Bolognese unbedingt Fleisch braucht, und war daher etwas skeptisch. Was soll ich sagen, die Geschmacksintensität hat mich total überrascht. Geschmacklich lebt das Gericht von den Röstaromen, einer guten Balance aufeinander abgestimmter, intensiver Gewürze und einer dichten, cremigen Textur und gewinnt im Ofen noch einmal deutlich an Intensität.
Mit meiner Schritt-für-Schritt Anleitung ist das Rezept für jeden ganz einfach nachzukochen. Macht auch gerne eine größere Portion, die Sauce schmeckt aufgewärmt mindestens genauso gut und lässt sich super einfrieren.
Mein persönlicher Tipp zum optimalen Kochgeschirr: Idealerweise eine ofenfeste, beschichtete Pfanne, die für dieses Rezept auch groß genug ist. Ich empfehle euch eine Pfanne mit 28 cm Durchmesser.
Für die, die nicht den ganzen Text lesen wollen und gleich ein Rezept downloaden wollen (was ich selbst oft gerne so mache) habe ich HIER den Link zum kostenlosen PDF-Download.
Die Zubereitungsschritte in der Übersicht:
Zuerst werden Gemüse, Tomatenmark und Gewürze angebraten, damit Röstaromen entstehen und die Würze Tiefe bekommt. Danach kommen leicht vorgekochte Linsen, Graupen und Flüssigkeit dazu, und alles darf einige Minuten sanft vor sich hin köcheln, bis sich die Sauce gut verbunden hat.
Der entscheidende Schritt kommt zum Schluss im Ofen. Dort dickt die Linsenbolognese leicht ein und bekommt ein sehr konzentriertes Aroma.
Hier schon mal ein kurzes Video für euch:
Unsere Hauptdarsteller bei den Zutaten:
Belugalinsen: Bleiben bissfest, zerfallen nicht und geben der Sauce Struktur. Genau das sorgt dafür, dass die Linsenbolognese nicht breiig wird und sich wie eine echte Bolognese anfühlt.
Perlgraupen: Bringen eine leichte Cremigkeit und binden die Sauce auf natürliche Weise. Sie füllen die Zwischenräume, nehmen Geschmack auf und machen die Textur runder und dichter.
Misopaste: Liefert Tiefe und Umami, bleibt aber im Hintergrund. Sie ersetzt keinen einzelnen Geschmack, sondern verstärkt alles, was bereits in der Sauce steckt.
Ras el Hanout: Diese aromatische Gewürzmischung bringt Wärme und Würze, Komplexität und macht das Gericht spannender als eine klassische Tomatenbasis.
Tomatenmark: Wird mit angeröstet und sorgt für Röstaromen und Konzentration. Es verbindet die Gewürze mit der Sauce und gibt der Bolognese ihre dunklere, intensivere Basis.
Das Besondere an Belugalinsen
Belugalinsen gehören zu den aromatischsten Linsensorten. Sie bleiben beim Kochen bissfest, behalten ihre Form und zerfallen nicht. Genau deshalb eignen sie sich besonders gut für Saucen wie diese Linsenbolognese, bei denen Struktur und Textur wichtig sind.
Im Vergleich zu anderen Linsen haben Belugalinsen ein feines, leicht nussiges Aroma und nehmen Gewürze sehr gut auf. Gleichzeitig liefern sie pflanzliches Eiweiß und Ballaststoffe, was sie sättigend macht, ohne schwer zu wirken.
Linsenbolognese vegetarisch: euer Rezept
Hier kommen alles Details mit Zutaten, Mengenangaben und Schritt für Schritt Anleitung:

Linsenbolognese vegetarisch
Zutaten
- 2 Karotten geschält und gewürfelt
- 2 kleine rote Zwiebeln geschält und gewürfelt
- 200 g Kräuterseitlinge grob gewürfelt
- 3 Knoblauchzehen zerdrückt
- 3 reife Roma- oder Strauchtomaten grob gewürfelt (ohne wässriges Innenleben)
- 80 ml Olivenöl
- 50 g weiße Misopaste
- 1 TL Harissa Menge nach gewünschter Schärfe
- 2 EL Tomatenmark
- 2 EL Sojasauce
- 1 TL Kreuzkümmelsamen grob zerstoßen
- 150 g Belugalinsen vorgekocht in leicht gesalzenem Wasser
- 50 g Perlgraupen vorgekocht in leicht gesalzenem Wasser und gut abgespült
- 300 ml Gemüse- oder Hühnerbrühe
- 70 g Crème fraîche
- 150 ml Rotwein
- 1 TL Ras el Hanout
- Salz und schwarzer Pfeffer
Anleitungen
- Perlgraupen nach Packungsanweisung kochen, aber nur so lange, bis sie fast gar sind. In einem Sieb abgießen, sofort gründlich mit kaltem Wasser abspülen und gut abtropfen lassen
- Beluga Linsen nach Packungsanleitung vorkochen, sodass sie noch richtig bissfest sind. Abgießen, kurz mit kaltem Wasser abspülen und beiseitestellen
- Olivenöl in einer großen, tiefen Pfanne erhitzen. Karotten und rote Zwiebeln bei mittlerer Hitze etwa 5 Minuten anrösten. Kräuterseitlinge zugeben und weitere 5 Minuten braten, bis sie leicht gebräunt sind. Knoblauch hinzufügen und etwa 1 Minute mitgaren
- Misopaste, Harissa, Tomatenmark, Sojasauce und Kreuzkümmel unterrühren und 1–2 Minuten mitrösten, bis es intensiv duftet
- Tomatenwürfel zugeben und weitere 1–2 Minuten mitrösten
- Rotwein und Brühe zugießen und alles gut umrühren
- Die vorgekochten Beluga Linsen zugeben
- Die Perlgraupen und Ras el Hanout zugeben, unterrühren und 5–8 Minuten sanft köcheln lassen, bis sich alles gut verbunden hat
- Crème fraîche unterrühren und mit Salz und schwarzem Pfeffer abschmecken. Pfanne direkt oder den Inhalt in eine ofenfeste Form umgefüllt in den auf 200 °C vorgeheizten Ofen stellen und etwa 10 Minuten offen gratinieren lassen, bis die Oberfläche leicht Farbe bekommt
- Vor dem Servieren probieren. Je nach Ras el Hanout Mischung kann etwas zusätzliche Harissa oder Chiliöl für mehr Schärfe sorgen.
Praxis-Tipps und häufige Fragen (FAQs)
Kann man die Sauce aufwärmen?
Ja, das klappt sehr gut. Wichtig ist, sie langsam zu erhitzen. Wenn die Linsenbolognese dabei zu trocken wirkt, einfach einen kleinen Schluck Wasser oder Brühe unterrühren.
Kann man die Linsenbolognese einfrieren?
Absolut! Die Sauce bleibt stabil, verliert weder Struktur noch Geschmack und lässt sich problemlos wieder auftauen.
Kann man die Bolognese auch mit Fleisch machen?
Das habe ich ausprobiert – die Kombination aus Hackfleisch und Linsen schmeckt auch ziemlich gut. Mir persönlich hat bei dieser vegetarischen Variante allerdings nichts gefehlt.
Wie wird die Linsenbolognese schärfer?
Ganz einfach über die Harissa. Wer es noch schärfer mag, kann zusätzlich mit Chiliflocken arbeiten und sich an die gewünschte Schärfe herantasten.
Meine Weinempfehlung
Wie ganz oft bekommt ihr auf meinem Food- und Weinblog nicht nur ein besonderes Rezept,sondern auch gleich die passende Weinempfehlung vom Sommelier. Wenn ihr mehr darüber erfahren möchtet, schaut gerne mal auf meiner Über Mich Seite nach.
Welcher Weintyp passt und warum?
Zu dieser intensiven, konzentrierten Linsenbolognese braucht es einen kräftigen Rotwein mit guter Struktur. Besonders gut passen Weine aus Cabernet Sauvignon oder Cabernet Franc, gerne auch als Cuvée mit Merlot. Diese Rebsorten bringen genug Kraft und Würze mit, um mit den Röstaromen und den Gewürzen aus der Sauce harmonieren zu können.
Wenn ihr eine konkrete Weinempfehlung möchtet, klickt einfach unten auf das Foto. Serviert den Wein idealerweise bei 16 bis 18 Grad, dann kann er seine volle Fülle entfalten, ohne die Aromen der Linsenbolognese zu überdecken.
Lasst mir gerne unten einen Kommentar da, wenn euch mein neues Trendrezept für´s Frühjahr 2026 gefällt.
Viel Spaß beim Nachkochen und Genießen
Euer Andi












